Brauchtum
Das Brauchtum, das sich um die Krippen herausbildete, ist facettenreich und war über die Jahrhunderte einem ständigen Wandel unterworfen. Allzu üppige brauchtümliche Handlungen dürften zum Entstehen der Verordnungen zur Regelung des Aufstellens der Kirchenkrippen beigetragen haben. Das Hofdekret von Maria Theresia und die josephinische Krippenverordnung sollten nur Auswüchse verhindern, die in den einzelnen Ländern unterschiedlich ausgelegten Verordnungen bewirkten jedoch ein Verschwinden der Krippen aus den Kirchen. Die Gläubigen wollten auf diese alle Sinnen ansprechenden Darstellungen des Weihnachtsgeschehens nicht verzichten und die Krippen wanderten in die privaten Haushalte.
Um die Kirchenkrippen wie um die von Privaten gestalteten Krippen entwickelte sich eigenes Brauchtum wie etwa das Kripperlschaun oder die Kripperlroas.

Bevor etwa die Aktion „Licht ins Dunkel“ den Menschen die Möglichkeit gab in der besinnlichen Weihnachtszeit ihren Mitmenschen Gutes zu tun, gab das Brauchtum, das sich um die Krippen entwickelte, Anlass zu sozialem Handeln. Gerade die in der Mitte des 18. Jahrhunderts aufgekommenen mechanischen Krippen boten den Schaulustigen Unterhaltung und gleichzeitig die Gelegenheit Weihnachtsspenden darzubringen. Diese wurden damals auch in Naturalien erlegt.
Der Aufklärer Heinrich Georg Hoff berichtet in seiner 1787 erschienenen „Skizze von Linz“ über eine solche Linzer Krippe. Der Bericht fiel naturgemäß im Sinne der Aufklärung kritisch aus: „Da sah man zu Weihnachten in einigen Vorstadtkirchen ein sogenanntes Kripperl aufgestellt. Man erblickte die Stadt Bethlehem, auf deren Gassen es von Menschen wimmelte, die der Mesner, der darunter versteckt war, durch ein Drahtseil nach Gefallen in Bewegung setzte. Dann sah man die Hirten mit ihren Schafen auf dem Feld und endlich die Höhle, in welcher Christus samt Maria und Joseph nebst den opfernden Drei Königen waren. Der Zulauf des Volkes bei dieser Vorstellung war ungemein groß. Pöbel von allen Klassen drängte hinzu, und die Andächtigsten von ihnen opferten Butter, Eier, Schmalz, Flachs und andere Viktualien, auch wohl öfters lebendiges Vieh, z. B. Spanferkel.“
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